Die heutige Vernehmung im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Brücken“ hat ein klares Bild gezeichnet: Die damalige Chefin von Straßen.NRW, Elfriede Sauerwein-Braksiek, bestätigte eindrücklich, dass die für die Leverkusener Rheinbrücke gelieferten Stahlbauteile aus China in weiten Teilen mangelhaft waren. Länger sei versucht worden, Probleme zu lösen und das Vertragsverhältnis zu retten, letztlich erfolglos. Vor diesem Hintergrund habe man die Reißleine gezogen und die Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen PORR beendet. Dies sei folgerichtig und notwendig gewesen. Dazu erklären die Sprecher der Landtagsfraktionen von CDU und Grünen im PUA, Dr. Jörg Geerlings (CDU) und Martin Metz (Grüne):
„Was wir heute gehört haben, war eindeutig. Die für die Leverkusener Rheinbrücke gelieferten Stahlbauteile waren mangelhaft – verbeulte Bleche, fehlerhafte Schweißnähte, fehlender Korrosionsschutz: Das ist keine Kleinigkeit, das ist ein Totalausfall. Teilweise waren die Bauteile so beschädigt, dass die Statik nicht mehr sicher nachgewiesen werden konnte, berichtete heute mit der ehemaligen Chefin von Straßen.NRW eine ausgewiesene Expertin dem Ausschuss. Gleichzeitig hat sich offenbar PORR der gemeinsamen Prüfung entzogen und Hinweise ignoriert. Die mangelhaften Bauteile seien dennoch weitergeliefert worden.
In dieser Lage war nicht nur der Zeitplan gefährdet. Deshalb war die Kündigung konsequent und richtig. Nach den Erfahrungen mit der alten Rheinbrücke gilt erst recht: Sicherheit steht an erster Stelle.“
