Fachkräfte für Transport-Branche gewinnen durch bessere Arbeitsbedingungen

Die Transport- und Logistikbranche ist das Rückgrat unserer Wirtschaft – besonders in Nordrhein-Westfalen, einem zentralen Logistikstandort Europas. Ohne Berufskraftfahrer*innen würden Lieferketten reißen, Produktionsprozesse stillstehen und der öffentliche Nahverkehr an vielen Stellen zum Erliegen kommen. Doch trotz dieser enormen Bedeutung kämpft die Branche mit einem massiven Fachkräftemangel: Bundesweit fehlen bereits bis zu 80.000 Fahrer*innen, und das Durchschnittsalter steigt weiter.

Die Gründe sind vielfältig: herausfordernde Arbeitsbedingungen, unzureichende Infrastruktur, hohe Ausbildungskosten, komplexe bürokratische Vorgaben und Hürden für ausländische Fachkräfte. Gleichzeitig wächst der Bedarf – sowohl im Güterverkehr als auch im ÖPNV und Reiseverkehr.

Dazu war ich heute im Landtag NRW zur Anhörung zum Antrag der Fraktionen von CDU und GRÜNEN, den für die GRÜNEN Ina Besche-Krastl und ich entworfen haben, statt. Gemeinsam mit Gewerkschaften, Unternehmern und Verbänden sprachen wir darüber, wie Verbesserungen umgesetzt werden können. Die Stellungnahmen der Sachverständigen können hier abgerufen werden.

Um die Branche zukunftsfest aufzustellen, braucht es entschlossenes Handeln. Genau hier setzt der Antrag an. Ziel ist es, die Ausbildung zu modernisieren, Bürokratie abzubauen, die Anerkennung ausländischer Qualifikationen zu erleichtern und die Arbeitsbedingungen spürbar zu verbessern. Dazu gehören u. a. mehr digitale Verfahren in Fahrerlaubnisbehörden, eine Vereinfachung des Berufskraftfahrerqualifikationsgesetzes, bessere Rastanlagen, moderne Parkraumbewirtschaftung und verstärkte Kontrollen gegen Sozialdumping.

Gleichzeitig soll die Infrastruktur entlang der Transportketten ausgebaut werden – von gepflegten Sanitäranlagen über sichere Parkplätze bis hin zu Vorgaben für Betriebe mit hohem Lkw‑Aufkommen. Auch die Stärkung des Schienengüterverkehrs und des kombinierten Verkehrs bleibt ein zentraler Baustein für umweltfreundlichen Güterverkehr.

Eines ist klar: Wer die Versorgungssicherheit, die wirtschaftliche Stärke und die Mobilität in NRW langfristig sichern will, muss die Menschen stärken, die jeden Tag dafür sorgen, dass alles läuft. Berufskraftfahrer*innen verdienen Anerkennung, Respekt – und politische Rahmenbedingungen, die ihren Beruf wieder attraktiv machen.